„Zivilcourage“ im Bergbund Rosenheim

Ein Kletterfreund, der selbst Mitglied in der Sektion ist, erhielt vor wenigen Tagen einen Brief, in dem der Bergbund auf die Vorfälle in der Hauptversammlung vom 04.05.2018 reagiert. Seinen Bericht möchte ich gerne an dieser Stelle veröffentlichen, da er das Thema Sicherheit am Berg berührt:

Bei der Mitglieder-Versammlung des Bergbund Rosenheim wurden Mitglieder aufgrund ihrer Tätigkeit, Klettertouren von Heinz Grill instandzuhalten und zu pflegen, ausgegrenzt. Ihnen wurden das Rederecht und der Dialog verweigert. Ihre bis vor zwei Jahren noch hochgeschätzte Arbeit wurde plötzlich geschmäht und es wurde ihnen verweigert, den wahren Grund für ihren Ausschluss zu benennen, nämlich völlig irrationale Sektenanschuldigungen. Beim Vorstand besteht eine so große Angst vor Heinz Grill und einer „okkulten Unterwanderung“ des Vereins durch ihn, daß der Vorstand von irrationalen Ängsten getrieben alles unternimmt, ihn und seine Arbeit zu diskreditieren.

Hintergrund für das Geschehen muss in den Personen Axel Seegers, dem Sektenreferent der katholischen Kirche und Marianne Buchmann, einer Verfechterin der Ideologie der Fam. Bornschein gesehen werden. Beide arbeiten seit Jahren eng zusammen, um Heinz Grill zu verfolgen. Für ihre Ziele instrumentalisieren sie, wie auch beim Bergbund Rosenheim, besonders schwache Menschen.

Ich erwähne das nur, weil in der Vergangenheit bereits Klettertouren von Heinz Grill in Arco mutwillig beschädigt wurden, so dass sogar ein Bergführer abstürzte und sich schwer verletzte. Mit der Philosophie oder gar Spiritualität von Heinz Grill habe ich nichts am Hut. Aber wenn es so weit geht, dass Kletterer in seinen Touren zu Schaden kommen, weil Personen durch die aggressiven Hetzereien der Kirche und dieser ominösen Fam. Bornschein aufgestachelt, Haken in den Touren beschädigen oder abschrauben, dann empört mich das auf das Äußerste. Eine Warnung halte ich für dringend geboten.

Zivilcourage, die den vielen Mitgliedern des Bergbundes vom Vorstand attestiert wird, meint normalerweise den Mut des Einzelnen zum eigenen Urteil und das Eintreten für ethische Werte. Das Eintreten für diese Werte sah bei der Versammlung so aus, dass der Bergbund einzelne Mitglieder, die völlig friedlich ihre Sicherheitsbedenken ausdrücken und die Hintergründe benennen wollten, unterstützt durch eine klatschende Menge mit rhythmischen Raus, Raus, Raus – Rufen von der Polizei abführen ließ.

Wenn Zivilcourage vom Bergbund Rosenheim damit definiert wird, sich der grölenden Menge anzuschließen und einzelnen Mitgliedern das Rederecht zu beschneiden, dann hat das nach meinem Verständnis mit den traditionellen Werten beim Bergsteigen nichts mehr zu tun.

Der Vorstand des Bergbunds glaubt doch tatsächlich allen Ernstes, von dem Kletterer Heinz Grill „okkult unterwandert“ zu werden. Kurioserweise finden sich gerade im aktuellen Panorama-Heft zwei Artikel  (https://bit.ly/2kQfXtC) sowie (https://bit.ly/2ssKDVZ) über eben diesen Heinz Grill. Ich glaube nicht, dass irgendein ernstzunehmender Kletterer einen Bergbund benötigt, um ihn vor Heinz Grill zu schützen.

Bernd

Unbekannte Gefahren im Alpinsport!!!

Wissen Sie schon das Neueste?

Im Bergbund Rosenheim werden ordentliche Mitglieder von der Polizei abgeführt, wenn sie um ihr Wortrecht bitten.
So geschehen am Freitag Abend den 04.05.2018 zur Hauptversammlung in Rosenheim.

Pia Lukas hat es geschafft.

Sie konnte die Aufklärung verhindern und wurde wieder neu in den Vorstand gewählt. Durch die Reihen der alteingesessenen Mitglieder murmelte die Besorgnis. Es sind in der Versammlung Personen, die den Bergbund verhexen und okkult durchtränken.

Man stelle sich vor, was geschehen wäre, hätten diese Personen das Wortrecht erhalten.

Georg

Freiheit versus Sicherheit 2

Beim Lesen von älterer Alpinliteratur, muss ich feststellen, dass in den Kletteranfängen des 20. Jahrhunderts von gesichertem Klettern nicht gesprochen werden kann. Schaut man sich die alten Bilder z.B. auch von einem Emilio Comici an, so sieht man ihn darauf, wie er mit einem Hanfseil um den Bauch 30 Meter über dem letzten Haken (geschlagen und rostig) an schwierigstem Felsgelände klettert. Dabei macht er einen durchaus entspannten Eindruck.  Sicher könnte man einwenden, dass dies auch heute noch zu finden ist. Wie z.B. bei einem Alex Honnold, der gänzlich ohne Seil unterwegs ist und allerschwerste Touren bewältigt. Auf der „Spielwiese“ dieser Einzelgänger mischt sich eigentlich keine „Bergpolizei“ großartig ein. Selbst der DAV huldigt den Leistungen dieser Klettergrößen.

 

 

Heute sind derartige Kletteraktionen, wie sie aus der beschriebenen Zeit angegangen wurden kaum vorstellbar. In einem Interview aus der Süddeutschen Zeitung spricht Rudi Berger folgende Worte:

“ Ich habe das Klettern mit Hanfseilen angefangen. Man wusste von diesen Seilen, dass sie einen schweren Sturz nicht aushalten würden. Man hat sich also so verhalten, dass man möglichst nicht runterfällt. Heute ist das Risiko relativ gering, ich sage immer Jojo-Klettern dazu. Man kann eine Kletterstelle so lang probieren, bis man hochkommt. Inzwischen fällt man drei, vier Mal ins Seil, ohne dass man sich etwas dabei tut. Manchmal hat man den Eindruck, dass Bergsteigen ein Synonym für Sicherheit geworden ist mit einer perfekten Ausrüstung und der Möglichkeit sich mit dem Handy Hilfe zu holen. Ich würde mich freuen, wenn es wieder abenteuerlicher werden würde.“

Heißt abenteuerlicher dann auch weniger Sicherungen mit weiten Abständen? Ist das in unserer heutigen Zeit noch angebracht, wo wir doch andere Möglichkeiten haben? Wäre das nicht so, wie wenn wir auf den Anseilgurt im Auto verzichten, um es bei einem Unfall abenteuerlicher und unberechenbarer zu machen, ob wir den Unfall überleben werden? Wären wir wirklich bereit, auf Knautschzonen, Airbags und sonstigen Sicherheitseinrichtungen zu verzichten um des Abenteuer willens? Wie können die Begriffe Abenteuer, Freiheit und Sicherheit in einen möglichen Zusammenhang gebracht werden? Können diese Begriffe überhaupt in einem Zusammenhang gedacht werden?

Wie sieht es nun aber aus in den Gebieten, in denen die breitere Masse unterwegs ist? Wie sieht es aus in Touren, die vom Erstbegeher eingerichtet werden, wie bei den Klettertouren von Heinz Grill? Ist es nicht ein Unterschied, ob diese einzelnen Klettergrößen in voller Bewusstheit diese Risiken eingehen oder ob ein gelegentlich kletternder Familienvater in Touren einsteigt, die als sicher (also Plaisir) bezeichnet werden? Was bedeutet jetzt aber Plaisir hier? Gibt es eigentlich eine offizielle Definition davon? Wie verhält es sich im Gegensatz zu Touren mit alpinem Charakter und darf das in die gut besuchten Klettergebiete übertragen werden? Bewegen sich die Klettertouren von H. Grill hier irgendwo in der Mitte?

Mit welchen Ambitionen und Vorstellungen geht der Kletterer oder Bergsteiger heute in die Berge?

Bei der Beschäftigung mit dieser Frage bin ich auf ein kleines Büchlein von Heinz Grill mit dem ungewöhnlichen Titel „Alpinismus, die Eroberung des Unnützen“ gestoßen. Darin beschreibt er 5 Erlebensformen und die Werte beim Bergsteigen. Ich muss gestehen, beim Lesen desselben, rückten doch die Fragen nach dem Sicherheitsstandard etwas in den Hintergrund. Aber wie gesagt nur beim Lesen. Denn direkt am Berg, sind mir „sichere“ Verhältnisse schon wichtig, da wird es schnell existentiell.

Über zahlreiche Kommentare zu den verschiedenen Fragen lade ich herzlich ein.

Bernd

Convegno am 03. Februar im Centro Culturale

Am Samstag den 03.Februar 2018 findet im Centro Culturale in der Via C. Battisti 14 a in Dro ein zukunftsweisender Convegno statt.

Dort versammeln sich bekannte Klettergrößen und Bergsteiger wie Heinz Grill, der Bergführer Ivo Rabanser, Marco Furlani. Desweiteren der Senator Vittorio Fravezzi, Stefano Pisoni, Roberto Bombarda und Paolo Malfer.

Moderiert wird dieses Treffen von Giorgio Daidola. Mit Vorträgen und Zukunftsvisionen im und um das Sarcatal.

Nachdem beim letzten Convegno im Oktober 2017 ausführlich Sicherheitsfragen erörtert wurden, ist es denkbar, dass erneut Fragen zur Sicherheit weiterbewegt werden. Eventuelle weitere Ausführungen wären sicher für alle Leser in diesem Blog von Interesse.  Wie schon im Beitrag vom November erwähnt, lässt mich der Gedanke der förderlichen Zusammenarbeit unter Kletterern nicht mehr los. Wie kann diese gegenseitige wahrnehmende Haltung im Sinne eines aufeinanderschauens, ob am Berg oder im Tal und die damit verbundene Steigerung der Sicherheit und Unfallverhütung weitreichend oder umfassend gedacht werden? Vielleicht wird diese Frage auch bei diesem Convegno weiter konkretisiert.

Da es mir leider nicht möglich ist daran teilzunehmen, würde ich mich freuen, wenn interessierte Teilnehmer von dieser Veranstaltung auf diesem Blog berichten könnten.

Hier findet sich der Link zu der Veranstaltung.

http://www.klettern-sarcatal.com/index_htm_files/convegno-bozza.pdf

Herzlichst Bernd

Solidarität im Alpinismus?

Nach einigen Gesprächen mit Bergführern von Südtirol wurde mir eine Art des Sicherheitsdenkens erstmals bekannt, die ich vorher noch nie erlebt habe. Vielleicht ist das, wie Ernst Mayerl schreibt, eine nationale Angelegenheit, aber ich denke dass es wert ist, darüber zu sprechen.

Solidarität und Alpinismus hieß das Thema von einem Giuliano Stenghel und dem Heinz Grill. Mein Südtiroler Kollege musste mir alles übersetzen, da ich kein Italienisch spreche und mir diese Eigenart der Italiener, die mehr auf einen guten Normalhaken setzen, als auf einen Bohrhaken, schon sehr fremd ist. Aber ganz lässt mich dennoch diese Mentalität dieser Italiener nicht los. Sie sagen, dass es eine schlechte Erziehung sei, wenn man den Bergsteiger mit Bohrhaken so gut sichert, dass er nicht einmal mehr die Augen beim Einklinken des Karabiners öffnen muss. Die Veranstaltung jedenfalls von Alpinismus und Solidarität brachte zum Vorschein, dass die Sicherheit des Bergsteigers steigt, wenn er solidarisch mit seinen unterschiedlichsten Kameraden verbunden ist. Es gibt sogar in Italien Chöre, die diese Solidarität besingen und sie als Teil zum Bergsteigen und zur Sicherheit mitwerten. Hunderte von Leuten hatten diese Veranstaltungen besucht und es geht sogar noch weiter. Man will die Personen zur Zusammenarbeit bringen und Unfälle vermeiden.

Ich selbst bin von deutscher Mentalität geprägt und für mich ist der sichere Bohrhaken mehr als eine alt gewordene Sanduhrschlinge. Eines ist mir aber bewusst geworden, und das ist, dass man Menschen, die anders denken, nicht einfach verurteilen kann. Die Sanduhrschlinge mag vermutlich dem Einzelnen die Augen etwas weiter öffnen als die Bohrhaken, denn er muss gezwungenermaßen, um nicht abzustürzen, diese nach Steinschlagschäden untersuchen. Ein Bohrhaken bleibt trotz Steinschlag stabil. Ich habe noch nie einen ausgebrochenen Bohrhaken vorgefunden, aber die Idee, dass man durch gegenseitige Kenntnis und Aufmerksamkeit Unfälle verhüten kann, ist mir erstmals durch die Südtiroler und die Aktionen von Gogna, Grill, Rabanser und den eher konservativ geprägten Kletterern von Italien bekannt geworden. Einer erwähnte in einer öffentlichen Diskussion, dass früher sogar Emilio Comici Personen bestellte, die sein Bergunternehmen von unten begleiteten und darüber Verantwortung trugen, dass oben am Berg alles gut geht. Tal und Berg wurden auf diese Weise verbunden, so erwähnte es der Südtiroler Spitzenkletterer Ivo Rabanser.

Nach Edli und auch einigen anderen Freunden waren die Veranstaltungen in Italien von den Skandalen des Rosenheimer Bergbundes und ihrer Zusammenarbeit mit der Kirche geprägt. Im Rosenheimer Bergbund, ich hab das ja selbst auch durch die Initiatoren, wie sie daran beteiligt sind, erfahren, wurden Leute ausgeschlossen und es wurde ihnen das Wortrecht untersagt, da sie die Touren von Heinz Grill gut finden und man diese Meinungsfreiheit nicht haben dürfe. Im Rosenheimer Bergbund lief eine Hygieneaktion, alle Artikel und Daten die es von Heinz Grill gibt, zu löschen. Einige Fanatiker, die mich ständig mit Drohgebärden bedrängen, wollen von mir, dass es, wenn es um die Touren von Arco geht, keine Meinungsfreiheit mehr geben dürfe. Die Aktion, dass Bohrhaken schließlich herausgeschraubt wurden, um Unfälle zu provozieren und diese dem Grill anzuhängen, führe ich auch auf solchen Fanatismus zurück, wie er im Rosenheimer Bergbund und in dem Glaubenskrieg des Sektenreferenten Axel Seegers gegen Heinz Grill angewendet wird. Auch wenn ich glaube, dass diese Personen an diesen Aktionen nicht beteiligt waren, sondern Dritte diese ausgeführt haben. Die Veranstaltung, Alpinismus und Solidarität ist deshalb für viele eine Sympathieerklärung für Grill und seine Bergführerkollegen. Ich selbst finde es übrigens scheußlich, wenn man auf Glaubenswegen in anderen einen Fanatismus entzündet und dann auf dem alpinen Sportgebiet einen regelrechten Untergrundskampf verursacht. Der Rosenheimer Bergbund müsste sich wohl einmal die Frage stellen, welcher Person er mit dem Sektenreferenten Seegers auf den Leim gegangen ist und jetzt auf diesem Leim wie ein armer Vogel festklebt. Unter Bergsteigern habe ich jedenfalls noch nicht einen solch blödsinnigen Kampf erlebt.

Stattdessen gab es beim Bergsteigen immer einen Wettlauf um die Erstbegehungen. Hierzu wurden sogar schon Telefone abgehört. Zum Beispiel als Hans Steger den Südpfeiler in der Marmolada machen wollte, hörte die Freundin von Micheluzzi in der Telefonzentrale das Gespräch ab und Micheluzzi stieg als Erster ein. Bitte, ein fairer Wettkampf wäre es, wenn man sich um ordentliche Leistungen bemühen würde und nicht Leute indoktriniert über Glaubensfragen von Gut und Böse. Ich habe Heinz Grill nun in Bamberg beim Vortrag erlebt und bin von seiner freien und vor allem verantwortlichen Haltung, trotz anfänglicher heftiger Bedenken, überzeugt. Ich will mir von Dritten, wie zum Beispiel Axel Seegers, nicht mehr meine Meinung bilden lassen. Solidarität im Alpinismus? Kann dies Unfälle verhüten? Ich selbst habe einen Freund verloren und reflektiere nun einmal von dieser Seite das Unfallgeschehen.

Herzlichst Bernd

Freiheit versus Sicherheit. Unterschiedliche Mentalitäten am Berg.

Italiener denken anders als Deutsche, Schweizer und Österreicher.

Für die Schweiz ist jeder glänzende Bohrhaken ein Fortschritt. Sanduhrschlingen, ganz besonders diejenigen in gebohrten Sanduhren, sind für den Schweizer sicherheitswidrig, da sie schwer ausgewechselt werden können. Nur wer ein Messer zur Hand hat, kann diese Schlingen aus den eng gebohrten Löchern ersetzen.

In Österreich gibt es extra einberufene Kommissionen für die Restaurierung von Touren. Die Arbeit von Pit Schubert (jetzt neu besetzt durch Dieter Stopper) und seinen Mitwirkenden halte ich für außerordentlich klug. Ein zu viel an Bohrhaken erschreckt mich und ganz besonders wenn diese in den geliebten Klassikern einmal die Augen blenden. Bohrhaken jedoch an den neuralgischen Punkten ist für unsere Zeit gut und als Bergführer weiß ich dies in besonderem Maße zu schätzen.

Franzosen sind im Sicherheitsdenken und in der Eröffnung von Touren streng und lassen nur Personen, die Lehrgänge abgelegt haben, Routen eröffnen. Für Bergführer ist das kein Problem, denn man geht in Frankreich automatisch davon aus, dass ein Bergführer um die Sicherheit seines Gastes besorgt ist. Der Italiener dagegen diskutiert die Freiheit als Wertkriterium des Alpinismus und sagt ganz einfach, dass die Selbstverantwortung größer ist als es die offizielle Ausrüstung der Tour darstellt. Obwohl Italien das schärfste juristische System in Sachen Fahrlässigkeit besitzt und ein Österreicher, der einen Unfall in Italien macht, ganz besonders als Bergführer, sich besser auf seine heimische Justiz verlässt, so wertet doch gleichermaßen der Italiener die Selbstverantwortung und die eigenen Kenntnisse und Erfahrungen, die am Berg erworben werden, wichtiger.

Wenn Alessandro Gogna und Heinz Grill in öffentlichen Tagungen in Italien diskutieren, gebe ich zu bedenken, dass es große mentale Unterschiede gibt. Als Bergführer weiß ich die Umstände einzuschätzen und ich kann entscheiden, ob ich eine Schlinge belaste oder nicht. Weiß dies jedoch der Laie? Kann der Laie mit Freiheit am Berg umgehen? Wo liegt die Grenze zwischen Selbstverantwortung und vorgefertigter Plaisiertour?

Ich gehe übrigens gerne in die Touren von Heinz Grill, sie sind schön, sauber und sicher. Eine Erfahrung vom Alpinistischen darf jedoch jeder, der einsteigt, mitbringen. Dies gilt ganz besonders in den Routen wie der Apollo in Padaro und anderen. Ein Sturz durch leichtfertiges Hineinklettern, kann jederzeit eine 10m Grenze überschreiten. Ich würde jedenfalls für die Touren eine Zusatzbewertung für das Risiko von 1-5 zusätzlich erstellen. Es gibt Touren von Heinz Grill die das Risiko bis 3 betragen, das heißt dass größere Sturzhöhen jedoch nicht Kapitalstürze durchaus möglich sind. Dies gilt besonders für seine Routen am Daino, wie die mittlerweile zum Klassiker gewordene Angelo oder die benachbarten Routen.

Macht mit euren Fragen weiter und lasst Euch durch die Lästereien und von dem unseligen Geschwätz der Fanatiker, die sicher noch gar nicht richtig am Berg waren, verunsichern.

Mit herzlichen Wünschen

Ihr Ernst Mayerl

Diskussion über Alpinismo e Tecnologia vom Club Academico Italiano

Der Sicherheitsbeauftragte Giuliano Bressan, Venicio Stefanello, Allesandro Gogna, Marco Furlani, Heinz Grill und einige andere Bergsteiger tauschten sich auf dem Podium aus. Alessandro Gogna hielt eine Position aufrecht, die bemerkenswert war und auf großes Interesse stieß. Er unterschied zwischen Technik und Technologie. Technik war für ihn ein neutraler Begriff, während Technologie heute zu stark den Menschen bestimmt und die Sicherheitsfragen in eine einseitige Richtung lenkt. Erwähnt wurden schließlich die Alleingänger Heinz Grill und Maurizio Giordani, die auf alle Technologie verzichteten und nur Kraft ihrer eigenen Kondition durch die Wände kletterten. Die Position von Alessandro Gogna und den Alleingängern wurden schließlich durch einen älteren Mann heftig angegriffen und es wurde der Alpinismo Libero, wie ihn Alessandro Gogna bezeichnete, als einseitig und gefährlich gewertet.

Zuletzt meldeten sich die beiden Alleingänger B. Giordano und H. Grill noch einmal zu Wort. Giordani drückte allem Anschein nach Empörung aus, Heinz Grill eröffnete aber noch einmal die Fragestellung, indem er betonte, dass es nicht um das Alleingehen geht, sondern dass man das Thema, wenn man Alleingänge bewertet, ablenkt und es zwei Seiten gibt die förderungswürdig sind. Die individuelle Reife des Kletterers und die Weiterentwicklung von Technik. Ein Extrem sollte seiner Meinung nach nicht zur Wahrheit hochstilisiert werden.

Aus dem Italienischen übersetzt von Edi Köstner.

Titelbild: sitzend ganz rechts Alessandro Gogna, links daneben Vinicio Stefanello

Bild: Giuliano Bressan wird geehrt vom Präsidenten des CAAI.

 

Ausführungen von Heinz Grill

 

 

Ich habe mich vielfach gefragt, ob das Bergsteigen und vor allem das Klettern mehr Reglementiert werden müsste oder ob es eine ganz freie Spielart für jeden sein sollte.

Soweit ich dies aus den ganzen Informationen über die Tagung in Italien, die vor einigen hundert Personen stattgefunden hat, entnehme, setzt sich vor allem Alessandro Gogna für mehr Freiheit auf dem Gebiet des Alpinismus ein und ärgert sich ganz besonders darüber, dass in Frankreich die Art und Weise von Erstbegehungen vorgeschrieben werden. In Frankreich scheinen nur bestimmte Personen, die eine Ausbildung gemacht haben, eine Erstbegehung machen zu dürfen.

Ihre Meinung würde mich im Allgemeinen zu diesem Thema Interessieren. Ich weiß, es geht weit über Plaisier hinaus, aber ich freue mich über viele Kommentare…..

Bernd